Der Ärztliche Beirat der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Landesverband Bayern e.V., hat auf wiederholte Nachfrage die Neurorehabilitationsmethode „recoveriX“ in den Blick genommen. Es handelt sich bei der Methode um einen innovativen Ansatz, der Brain-Computer-Interface mit funktioneller Elektrostimulation kombiniert. Ziel ist es, durch gezielte Aktivierung von Neuroplastizität motorische Funktionen bei MS-Betroffenen zu verbessern.
Eine aktuelle Pilotstudie mit 24 Teilnehmenden zeigt erste positive Effekte, insbesondere bei Gehfähigkeit, Spastik und Lebensqualität, die teils bis zu sechs Monate anhielten. Allerdings ist die Aussagekraft der Ergebnisse aufgrund des Studiendesigns (kleine Fallzahl, fehlende Kontrollgruppe) stark eingeschränkt. Placeboeffekte können nicht ausgeschlossen werden, und die Ergebnisse sind nicht auf alle MS-Erkrankten übertragbar.
Der Ärztliche Beirat sieht in „recoveriX“ ein vielversprechendes Verfahren, betont jedoch, dass derzeit keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz für eine breite Anwendung vorliegt. Für eine fundierte Bewertung sind weitere kontrollierte Studien sowie Erfahrungen aus der klinischen Praxis erforderlich. Aktuell müssen die Kosten der Behandlung zudem häufig selbst getragen werden.
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